Camagüey de Cuba
Im Zentrum von Cuba - Die Stadt Camagüey
Camagüey ist die einzige größere Stadt in Cuba, die nicht direkt am Meer liegt. Nach Norden wie nach Süden fährt man ca 100 km - bis an die Küste: Im Süden der Atlantik, im Norden das Karibische Meer. Mitten im Land gelegen, wurde Camaguey auf interessante Weise labyrinthartig gebaut.
Camaguey - diese Stadt, der man nirgendwo ansieht, dass sie eine Großstadt ist, ist mit 300 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Cuba.
Camagüey Plaza
Anders als Santiago de Cuba führt Camagüey nicht den Beinamen "de Cuba". Camagüey - einen Ort dieses Namens gibt es nur einen einzigen auf der Welt. Er stammt, was in keinem Reiseführer steht, aus indianischer Zeit.
Camagüey ist eine unglaublich stolze Stadt. Zweifellos war sie auch immer die reichste und die spanischste Stadt in Cuba. Und Camaguey liegt fast exakt in der Mitte der ganzen Insel. So ist es kein Wunder, dass so mancher Camagueyano sich als Hauptstädter fühlt.
Für drei Jahre war dieses stolze Camagüey unsere Heimatstadt. Wir kannten fast jede Palme - zumindest in unserem "barrio". Das ist das spanische Wort für "Gebiet" oder "Stadtbezirk".
Unsere Wohnung lag am Rande der Stadt - ca eine halbe Stunde Fußweg vom Zentrum entfernt. Wenn man flott marschiert. Aber wer marschiert schon gern flott bei mehr als 30 Grad im Schatten!
Ich wollte mir das Erlebnis dennoch nicht nehmen lassen. Auf - in das kubaweit berühmte Labyrinth der Stadt Camaguey. Am zweiten oder dritten Tag nach unserer Ankunft in Kuba war ich wild entschlossen, per Fußmarsch bis ins Zentrum zu gelangen. Morgens, nachdem die Kinder in die Schule gegangen waren, marschierte ich los.
Kennen Sie das? Sie sind mitten in einem Labyrinth? Und versuchen herauszufinden, welcher Weg ins Innere führt? Und welcher dagegen nach draußen?
Im Labyrinth von Camagüey
Mir hat die Stadt Camagüey zum ersten Mal diese Erfahrung beschert. Die Zufahrtsstraße zum Zentrum hin lasse ich hinter mir. Wie überall in Cuba sind die Zufahrtstraßen zur Innenstadt als breite Avenidas angelegt. Im Zentrum selbst sind die Straßen - hier - sehr schmal und außerdem gebogen. Kreuz und quer verschlungen sind schmale Gassen angelegt. Ich merke es erst, als ich bei einer der vielen winzigen Kreuzungen zum dritten Mal lande.

Auch das Springen von Schatten zu Schatten ist ein lustiges Abenteuer. Vielleicht ahnen Sie auf den beiden Fotos: Kein Mensch bleibt länger als unbedingt nötig in der Sonne stehen. So gewöhnte auch ich mir sehr bald ab, mitten am Tag in die Stadt zu gehen. Die meisten bleiben, gerade tags über, so gut es eben geht, im Schatten versteckt.
Aber: Wenn Sie doch einen Menschen treffen, dann lässt er Schatten Schatten sein und rennt mit Ihnen durch die Straßen, bis Sie den Weg in die Stadt rein gefunden haben. Und wieder raus.
Die drittgrößte Stadt in Cuba kennenzulernen - hat einen ganz besonderen Reiz.


